Unsere Haustiere sind fühlende Wesen wie wir! Aber im Gegensatz zu uns verkopften Menschen, zeigen sie ihre Gefühle unverfälscht und können sich nicht mit Gedanken-Ballast selbst im Weg stehen.
Sie leben im „Hier und Jetzt“ – und das ist für uns besonders interessant, weil sich die meisten unserer stressigen Gedanken entweder mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft beschäftigen. Gelingt es uns mehr im Moment zu leben, fällt also schon viel Kopfzerbrechen weg!
Das sehe ich auch in meinem Tun als Seelenmentorin immer wieder: Sobald jemand aus dem Gedankenkarussell aussteigt, wird vieles leichter.
Für mich sind übrigens ALLE TIERE Seelengefährten – selbst jene mit 8 Beinen, von denen ich respektvoll Abstand halte. 🙂
Deshalb lebe ich nicht nur möglichst vegan-freundlich, ich fühle mich für meine Pfotenkinder auch so verantwortlich wie als Mama für meine Kinder.
Und das Leben mit Kindern bringt nicht nur Freude und Herausforderungen, es eröffnet auch neue Perspektiven. Und so konnte ich auch von unseren vierbeinigen Gefährten schon manches lernen:
Meine 7 Einsichten im Überblick:
1) Alles beginnt mit Gefühlen
Als Babys erleben wir Erfahrungen als „angenehm oder unangenehm“ und reagieren erkennbar darauf – das ist quasi die „Urform“ unserer Kommunikation.
Mit der Zeit entwickeln wir zum einen Strategien im Umgang mit unseren Gefühlen und zum anderen die Fähigkeit über unsere Wahrnehmungen bewusst nachzudenken.
Auch Tiere zeigen ihre Gefühle – teils subtil, teils sehr deutlich und unsere empathischen Fähigkeiten helfen uns dabei, zu verstehen, was sie damit ausdrücken wollen.
In meiner Arbeit mit Erwachsenen stellte ich fest – viele orientieren sich in der Kommunikation vor allem an den Worten die sie hören – und vergessen dabei oft, dass sie auch viele nonverbale Signale senden und empfangen!
Wenn wir uns in Gesprächen und Diskussionen wieder mehr auf Energie und Körpersprache besinnen, wird der Austausch aussagekräftiger und effizienter!
Ich bin überzeugt, je mehr die Worte einer Person mit ihrer Ausstrahlung und ihrer inneren Wahrheit im Einklang sind, desto authentischer nehmen wir sie wahr.
Solche Unstimmigkeiten spüre ich persönlich vor allem als Druck und Zusammenziehen im Nacken. Deshalb weiß ich, unser „System“ erkennt Widersprüche schneller und besser als unser Verstand!

2) Stress raus schütteln
Hast du schon gesehen, wie Hunde sich nach einer Aufregung schütteln? Für mich einer der genialsten Reflexe des Nervensystems. Die Spannung im Körper wird vom Kopf bis zur Schwanzspitze entladen.
Was ich daraus lernte: Anspannung muss raus. Wir können daran arbeiten, weniger wütend, gestresst, aufgebracht zu sein – aber wenn die Emotionen hochkochen, muss der Dampf entweichen können!
Von klein auf wird uns Impulskontrolle beigebracht. Und es macht natürlich Sinn, den Emotionen nicht unkontrolliert freien Lauf zu lassen! Wir können nicht alle als strampelnde Kleinkinder durch die Welt laufen 😀
Dabei entsteht jedoch oft das Missverständnis, dass Gefühle unterdrückt werden sollten. Aber das führt zu innerlichem Stress und Energiestau.
Die Lösung: gefahrlos abreagieren – zum Beispiel stampfen, Schattenboxen, eine Runde um den Häuserblock laufen – oder einfach mal von oben bis unten kräftig durchschütteln!
Sieht vielleicht für manche lustig aus, wenn ich mich ab und an durchschüttle, aber ich liebe diesen schnellen Hack, der mir mittlerweile schon im wahrsten Sinn des Wortes in Fleisch und Blut überging.
3) Gesünder mit Alpha-Wellen
Die meisten Pfotenkinder sind gerne „faul“ Sie können stundenlang – ohne schlechtes Gewissen -vor sich hin dösen. Ein Auge leicht wachsam, um jederzeit bereit zu sein, falls die Ruhe unterbrochen wird.
Alpha-Modus nennen wir diesen relaxten Zustand, der schon beim Anblick dafür sorgt, dass man selbst entspannter wird.
Ich nenne ihn auch gern den Ruhepunkt. Ein zufriedenes, unaufgeregtes Gefühl, mit dem ich zum Beispiel nach einer Meditation in den Tag starte.
Im Gegensatz zu Tieren sind wir Menschen tagsüber meistens im Beta-Modus. Aktiv, konzentriert, reaktionsschnell, an der Verwirklichung unserer Pläne und Ziele arbeitend.
Aber so wie eine überbeanspruchte Maschine überhitzen kann, tut es auch unserem System nicht gut, daueraktiv unterwegs zu sein.
Von Tieren können wir uns abschauen, öfter mal runter zu fahren und gesundes „Nichts-Tun“ zu pflegen.
Und verabschieden wir uns bitte von dem alten Erziehungsmuster, Antriebslosigkeit als „faul“ zu bezeichnen!
Abgesehen davon, dass mehr Ruhe durchaus unserer Natur entspricht, kann es viele Gründe geben, warum es an Energie fehlt und es lohnt sich, liebevoll mit sich selbst zu bleiben und genauer hinzusehen!

4) Wir sind nicht unsere Gefühle, wir haben welche
Wenn ich das meinen KundInnen näher erkläre, löst es oft Staunen aus.
Gefühle sind kein permanenter Zustand, sondern kommen und gehen und wir können sie beobachten.
Ich vergleiche das gerne mit „Harndrang“: Man spürt ihn, aber weil gerade keine Toilette in Sicht ist, ignoriert man ihn und tatsächlich zieht er sich oft erstmal zurück – meldet sich aber zum Glück erneut. 🙂
In meiner Arbeit konnte ich beobachten, wie sehr wir Menschen dazu neigen, Gefühle zu unterdrücken, oder automatisch versuchen, sie schnell wieder loszuwerden, statt bewusst nachzuspüren, was sie mitzuteilen haben.
Oft wird dafür die auslösende Situation wiederholt analysiert und interpretiert und es entsteht ein Gedankenkarussell, das unerwünschte Emotionen quasi in „Dauerschleife“ aktiviert.
Aber Gefühle sind nicht unsere Feinde, sie sind die Botschafter unseres Wahrnehmungs-Systems. Je mehr wir versuchen, sie zu ignorieren, desto drängender können sie werden, denn sie haben einen Auftrag zu erfüllen!
Dennoch bleiben Gefühle eine Momentaufnahme – und erst unsere Ansichten und Überzeugungen machen daraus eine permanent bestehende Geschichte.
Tiere haben uns voraus, dass sie ihre Emotionen fließen lassen, ohne sie gedanklich zu zerpflücken – weshalb sie auch schneller wieder in den Alphamodus – den Zustand innerer Ruhe -zurückfinden.
Das zeigt mir, wie wichtig „Gedankenpflege“ ist. Wir können uns zwar nicht aussuchen, was wir fühlen und denken, aber es erforschen und lenken. Denn ein bewussterer Umgang damit ist ein wesentlicher Schlüssel für mehr Zufriedenheit!
5) Gelassenheit beginnt mit „Los-lassen“
Als meine kleine Malteser Hündin nach einem Bandscheiben-Durchbruch gelähmt war, erinnerte sich ihr Körper anfangs noch an seine frühere Beweglichkeit und sie versuchte zu gehen.
Es wäre gelogen, zu sagen, dass sie die drastische Veränderung nicht frustriert hätte! Vor allem in den ersten Tagen konnte man deutlich spüren, dass sie irritiert und auch deprimiert war!
Aber schon nach kurzer Zeit begann sie sich mit ihrer neuen Situation zu arrangieren!
Sie fand neue Wege, sich fortzubewegen, sich mit ihrem Spielzeug zu beschäftigen, auf sich aufmerksam zu machen… und jeder, der sie kennt, ist begeistert von ihrer ungebrochenen Lebensfreude!
Sie haderte nicht mit ihrem Schicksal, denn sie konnte – im Gegensatz zu Frauchen – nicht darüber nachdenken, warum es ausgerechnet ihr passieren musste, ob es zu verhindern gewesen wäre…
Wir können unsere Gedanken nicht abschalten und wollen unsere Denk-Fähigkeiten ja auch nicht missen!
Aber wir können lernen, öfter das Beste aus einer Situation zu machen und uns auf das zu fokussieren, was uns voranbringt!

6) Den Moment leben und feiern
Tiere feiern alles. Einen Spaziergang. Einen Sonnenfleck. Einen Geruch. Eine Begrüßung. Und bringen ihre Begeisterung ungebremst zum Ausdruck!
Sie fragen sich nicht, ob ihre Freude angemessen ist, ob sie den schönen Augenblick verdient haben und fürchten auch nicht, dass er schnell wieder vorbei sein könnte.
Ich muss zugeben, gerade in letzter Zeit fällt es mir selbst besonders schwer, mir Freude zu erlauben.
Die großartigen Möglichkeiten der online Vernetzung bringen auch mit sich, dass man viel mehr von der Welt erfährt als früher.
Und mir als empathisch interessierter und hilfsbereiter Person wird vom Algorithmus besonders viel über das Leid von Menschen und Tieren ausgespielt.
Das ist für mich in Ordnung, weil ich es auch als meinen Beitrag sehe, Aufklärung und Hilfe zu unterstützen und engagierte Leute nicht im Netz zu ignorieren.
Aber manchmal droht es mich auch zu verschlingen und ich ertappe mich dabei, wie ich tatsächlich denke, dass es keinen Grund gibt, in einer Welt voller Ignoranz und Gewalt, frohlockend zu sein.
Freude ist ein wichtiger Ausgleich! Unsere vierbeinigen Gefährten erinnern mich daran, mir zu erlauben, das Glücksgefühl eines Augenblicks losgelöst zu genießen!
Und es auch nicht durch Frust über Vergangenes oder Sorgen über die Zukunft zu verderben.
Tiere, die schlechte Erfahrungen machen mussten, sind danach allerdings oft genauso ängstlich und misstrauisch wie wir! Manchmal braucht die Erlaubnis zur unbedarften Freude ein sachtes Herantasten.
Mir zeigt das auch, wie wichtig die Schutzfunktion von gesundem Misstrauen ist – und es macht auch bewusst, dass Vertrauen ein Schatz ist, der behutsam behandelt werden will!
7) Wir sind alle einzigartig
Leider gelten Tiere oft noch als Ware oder „Freiwild“, werden meistens wie eine „Sache“ gehandhabt, und „Tiere mit wirtschaftlichem Nutzen“ sowieso leider viel zu sehr ausgebeutet.
Doch sie alle sind Wunder der Natur und einzigartige Geschöpfe wie wir!
(Und ich hoffe liebe LeserInnen, ihr verzeiht mir an dieser Stelle mein indirektes Plädoyer für mehr Tierwürde)
Auch jedes unserer Pfotenkinder offenbarte seinen individuellen Charakter und kam mit einer besonderen Geschichte im Gepäck.
Gerade bei Haustieren sprechen wir gern von rassetypischen Wesenszügen, aber sie kommen als „Überraschungspakete“ zu uns und wir wissen nicht, was uns erwartet.
Darin liegt auch die Chance auf Wachstum und Erweiterung des empathischen Horizonts – sofern man sich darauf einlässt und nicht versucht die kleinen und großen Persönlichkeiten passend zu machen.
Ich nehme mir das auch für uns Menschen mit: weniger zu vergleichen – denn entweder sind wir einzigartig, oder das Wort verliert seinen Sinn!
Das bedeutet auch, anderen ihre Individualität zuzugestehen, statt sie an einem Maßstab zu messen, der für sie nie gedacht war.
Ein Wesen, egal ob Mensch oder Tier, mit seinem ganzen Sein voll anzuerkennen, ist für mich nicht nur wahre Liebe – es ist auch ein Türöffner zu mehr Selbstliebe!
Und wer weiß schon, welcher Seelenplan dahinter steckt, dass ein Tier uns findet! 🙂


